Abgeordnete Margit Wild und Annette Karl auf Info-Tour: Frauen besser vor Gewalt schützen

Veröffentlicht am 31.07.2020 in Allgemein

Margit Wild und Annette Karl im Gespräch mit Inge Heindl im Autonomen Frauenhaus Regensburg

Die beiden oberpfälzer Landtagsabgeordneten Margit Wild und Annette Karl nutzen die sitzungsfreie Zeit im Bayerischen Landtag für eine Info-Tour. Zum Start haben sich die beiden SPD-Politikerinnen mit Inge Heindl vom Autonomen Frauenhaus und mit Helmut Melchner und Dr. Michael Roßkopf vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Regensburg getroffen.

Im Gespräch mit Inge Heindl im Autonomen Frauenhaus wurde deutlich, dass Frauen, die vor Gewalt durch Männer Schutz suchen, mehr rechtliche Unterstützung benötigen. "Es ist leider immer noch so, dass viele Frauen am Ende in eine andere Stadt ziehen müssen, um sich vor den Männern in Sicherheit zu bringen. Statt einer Bestrafung des Täters, muss das Opfer das eigene Leben komplett neu aufbauen - das kann nicht der richtige Weg sein", so die Regensburger Abgeordnete Margit Wild. Ihre Kollegin Annette Karl ergänzt: "Es fehlt immer noch an wirksamen rechtlichen Instrumenten zum Schutz der Frau und häufig urteilen die Gerichte immer noch zu mild. Ich wünsche mir, dass die Männer zumindest auch Anti-Gewalt-Programme als regelmäßige Auflage erhalten". Ein weiterer wichtiger Punkt sei zudem die psychische Gewalt, die zunehme und außerdem schwer juristisch zu greifen sei. "Wenn man jahrelang systematisch erniedrigt und schlecht gemacht wird, ist das keine Androhung von Gewalt und daher strafrechtlich irrelevant. Trotzdem ist das eine extreme Form der Gewalt gegen Frauen", kritisiert Wild.

Inge Heindl vom Autonomen Frauenhaus machte darüber hinaus deutlich, dass die Finanzierung der Frauenhäuser immer noch sehr schlecht sei. Sowohl die personelle wie auch die räumliche Ausstattung sei zu verbessern.

Beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten haben sich die beiden Abgeordneten über die geplante Umstrukturierung und die angekündigte Schließung der Landwirtschaftsschule in Nabburg informiert. Nachdem die Zahl der Studierenden kontinuierlich gesunken sei, habe Ministerin Kaniber beschlossen, die Schule zu schließen. Wild und Karl kündigten an, den Prozess der Umstrukturierung konstruktiv, aber kritisch zu begleiten. Darüberhinaus informierte sie Dr. Roßkopf, Bereichsleiter Forsten, über die aktuellen Herausforderungen im Bereich des Waldes. Steigende Temperaturen und zunehmende Trockenheit machten gerade den Nadelhölzern zu schaffen. Eine Umstellung auf Laubholz sei zwar möglich, aber gerade wegen Rehverbiss auch eine finanzielle Herausforderung. Die beiden Abgeordnete appellierten an die Jagd in Bayern, hier besser auf den Schutz der Wälder zu achten. "Außerdem benötigen wir mehr Forschung und Förderung im Bereich des Waldes", forderten Wild und Karl.

 
 

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